Verleihung des Doktorandenpreises

 

Die Gewinner des diesjährigen Doktorandenpreises des Helmholtz Zentrums München heißen Joana Santos Barbosa und Matthias Pfeifer. Die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung würdigt die herausragenden Leistungen der beiden Nachwuchswissenschaftler und wird im Rahmen des Doktorandentages am 18. November 2015 auf dem Campus Neuherberg verliehen. Der Preis wird von der Münchner Bank finanziell gefördert und zusammen mit dem Verein der Freunde und Förderer des Helmholtz Zentrum München (VdFF) verliehen.

Barbosa fertigte Ihre Dissertation am Institut für Stammzellforschung (ISF) des Helmholtz Zentrums München an und wurde dabei von Prof. Dr. Magdalena Götz und Dr. Jovica Ninkovic betreut. Unter dem Titel „In vivo single cell analysis reveals distinct behavior of neural stem and progenitor cells in homeostasis and regeneration in the adult brain“ beschäftigte sich die Portugiesin, deren Promotion die Universität von Coimbra verleiht, mit der Entstehung und Regeneration von Nervenzellen im Gehirn.

Dazu studierte sie vor allem die neuralen Stammzellen, also die Vorläufer der Zellen, die das Gehirn ausbilden. Um deren Verhalten zu erforschen etablierte sie in ihrer Gruppe ein Modell, mit dem sie diese Zellen in lebenden Zebrafischen beobachten konnte. Dabei konnte sie gemeinsam mit Kollegen zeigen, dass je mehr Zellen für die Regeneration von Nerven gebraucht werden, umso weniger Stammzellen übrig bleiben. Die Ergebnisse wurden 2015 im renommierten Journal Science publiziert.

Preisträger Matthias Pfeifer schrieb seine Doktorarbeit in der Abteilung Genomik und Systembiologie pflanzlicher Genome (PGSB) unter Dr. Klaus Mayer und promovierte an der TU München. Dabei beschäftigte er sich mit dem komplexen Erbgut des Weizens. Während seiner Dissertation “The genome and transcriptome of Triticeae genomes and the impact of polyploidization“ war er an mehreren hochrangingen Publikationen beteiligt, unter anderem als Erstautor von Studien, die in den Fachmagazinen Nature und Science erschienen.

„Unsere Ergebnisse könnten in Zukunft helfen, die komplexen genetischen Zusammenhänge von Getreide besser zu verstehen und daher sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich von Interesse sein“, so Pfeifer. Fortführen werden dieses Projekt allerdings andere: den in Schwaben geborenen Wissenschaftler zog es mittlerweile zu einem großen Industrieunternehmen in Penzberg, wo er sich mit der Entwicklung von Softwarelösungen für die Auswertung von klinischen Studien widmet.

Der Doktorandenpreis wird im Rahmen des achten Doktorandentages der Helmholtz Graduate School (HELENA) des Helmholtz Zentrums München am 18. November 2015 verliehen. Überreichen wird ihn Prof. Dr. Martin Göttlicher, Direktor des Instituts für Molekulare Toxikologie und Pharmakologie und Vorsitzender des VdFF des Helmholtz Zentrums München.